— 296— ſann er einen großen Theil der Nacht hindurch nach, und
ſtand ziemlich fruͤh mit zweien Plaͤnen auf, von denen der eine vollſtaͤndig beſchloſſen, der andre nur unvollkommen
erſt entworfen war. Jener beſtand darin, den Grauen nach Monza abzufertigen, um uͤber Lucien naͤhere Kunde zu er⸗
halten, und zu wiſſen, ob und was ſich verſuchen ließe.
Sein Getreuer mußte alſo den Augenblick erſcheinen, be⸗
kam die vier Seudi in die Hand gedruͤckt, ward uͤber die
Geſchicklichkeit, mit welcher er ſie verdient, freundlich ge⸗
lobt, und erhielt ſodann den vorher uͤberlegten Auftrag. „Herr...“ ſagte der Graue zoͤgernd.
„Nun, was giebt's? Hab' ich mich etwa nicht deutlich
ausgedruͤckt?
„Wenn Sie irgend wen anders ſchicken koͤnnten..“
„Wie?“
„Erlauchter Herr, ich trage nicht das mindeſte Beden⸗ ken, fuͤr meinen Schutzherrn meine Haut zu wagen; es iſt meine Schuldigkeit. Ich weiß aber auch, daß Sie das Le⸗ ben Ihrer Untergebenen nicht allzu augenſcheinlich in Ge⸗ fahr ſetzen wollen.“
„Nun alſo? Erklaͤre Dich!“
„Eure erlauchte Gnaden wiſſen die Paar Preiſe, welche ſie auf meinen Kopf geſetzt haben, und.. Hier bin ich
unter Eurer Gnaden Schutz; wir ſind eine ganze Schaar
beiſammen; der Herr Stadtvogt ſind ein Freund vom Hauſe; die Haͤſcher haben Reſpekt vor mir, und auch ich— frei⸗
aber nicht, um ruhig zu leben?— und auch ich behandle
ſie wie meine Freunde. In Malland iſt⸗ Eurer Gnaden Li⸗ vrei bekannt; in Monza— kennt man mich dagegen.
₰
lich eine Sache, die wenig Ehre bringt; was thut man


