Geſchehene verſchweigen; ſein Weib aber war nicht ſtumm.
— 290—
ein jung abgelagerter Wein, welcher ſprudelnd und wallend kocht, und allmaͤhlig, wenn man den Spund nicht lockert, nach allen Seiten hin ſo ungeſtuͤm wirthſchaftet, daß er in Schaum hervortritt, zwiſchen Daube und Daube durch⸗ ſickert, und bald hier bald dort heraustroͤpfelt, bis man davon trinken und ungefaͤhr ſagen kann, was fuͤr Wein es iſt. Gervaſo, welchem es gar nicht wahrſcheinlich vor⸗ kam, einmal mehr unterrichtet zu ſeyn als jeder Andere, rechnete ſich's zu keinem kleinen Ruhm an, in gewaltiger Furcht geſchwebt zu haben; indem er die Hand bei einer unerlaubten Sache im Spiele gehabt, glaubte er ein Menſch wie die Uebrigen geworden zu ſeyn, und ſo platzte er faſt vor Begierde, ſich ſeiner Heldenthat zu ruͤhmen. Tonio, ſein Bruder, der ernſtlich an Unterſuchungen, an moͤgliche 4 Proceſſe und Rechenſchaft dachte, gab ihm allerdings mit der Fauſt vor’m Geſichte nachdruͤckliche Vorſchriften; den⸗ noch war es unmoͤglich, ihm jedes Wort im Munde zu erſticken. Uebrigens war auch Tonio in jener Nacht zu ungewoͤhnlicher Stunde vom Hauſe abweſend, war mit ungewoͤhnlichem Schritt und Anſehen nach Hauſe gekom⸗ men, die Gemuͤthsbewegung hatte ihn zur Mittheilung geſtimmt, und nicht gaͤnzlich konnte er ſeinem Weibe das
Wer am wenigſten ſprach, war Menico; denn kaum hatte 5 er ſeinen Eltern die Geſchichte und den Gegenſtand ſei⸗ ner Sendung erzaͤhlt, ſo ſchien es dieſen eine fuͤrchter⸗ liche Sache, daß ihr Sohn ein Vorhaben Don Rodrigo's hintertreiben geholfen, und kaum ließen ſie den Knaben mit ſeiner Erzaͤhlung zu Ende kommen. Darauf gebo⸗ 3 ten ſie und drohten ihm ſo nachdruͤcklich als moͤglich,


