Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

282

einem Fuße auf der erſten Stufe ſtehen blieb,es iſt hart, ſich Vorwuͤrfe zu holen, nachdem man ſich redlich abgear⸗ beitet hat, nachdem man vollkommen ſeine Schuldigkeit gethan, und ſich mit ſeiner Haut in's Feuer gewagt hat.

Wie iſt's abgelaufen? Wir wollen doch hoͤren, wir

wollen doch hoͤren! ſagte Don Rodrigo, und ging nach ſeinem Zimmer, wohin der Graue ihm folgte. Dieſer erzaͤhlte nun Alles, was er angeordnet und gethan, geſe⸗ hen und nicht geſehen, was er begriffen, gefuͤrchtet, und wieder gut zu machen geſucht hatte; er ſtattete ſeinen Bericht mit der Ordnung und der Verwirrung, mit dem Schwanken und der Betäubung ab, die nothwendiger⸗ weiſe ſich in ſeinen Vorſtellungen neben einander finden mußten.

Wenn das iſt, begann ſein Herr,ſo traͤgſt du keine Schuld, und haſt gethan, was ſich thun ließ, aber... aber, wenn unter dem Dache hier ſich ein Spürhund auf⸗ haͤlt! Wenn Einer hier iſt, wenn ich ihn erwiſche, und ich erwiſche ihn gewiß, wenn er hier iſt, ſo will ich ihn zurecht machen; ich ſage dir, Grauer, ich will ihn fuͤr all ſein Lebelang zurichten!

Mir iſt auch ſo ein Argwohn durch den Kopf gelau⸗ fen, Herr, aͤußerte der Graue.Wenn es wahr vaͤre, wenn man ſo einen niedertraͤchtigen Galgenvogel auffaͤnde, ſo duͤrften Sie ihn, erlauchter Herr, nur getroſt in meine

Haͤnde geben. Ein Kerl, der ſich ein Vergnuͤgen daraus ge⸗ macht hat, mich eine ſo verdammte Nacht, wie dieſe, erleben zu laſſen, mir kaͤm's billiger Weiſe zu, ihn dafuͤr abzuſpei⸗ ſen. Wenn ich aber Alles zuſammenhalte, ſo muß noch irgend ein anderer verwickelter Handel darunter ſtecken,

8