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ALucia der Edelnonne vorgeſtellt wurde, und die Unterre⸗ dung mit ihr hatte, bei welcher wir in unſerer Erzaͤhlung ſtehen geblieben. Don Rodrigo's Verfolgung war der Ge⸗ genſtand, um den ſich die Fragen der Nonne vielfach drehten; ſie ging dabei auf die einzelnen Umſtaͤnde mit einer Scheuloſigkeit ein, die fuͤr Lucien nicht blos etwas NReues, ſondern auch eine gehaͤſſige Neuigkeit war; das unerfahrene Maͤdchen hatte nie gedacht, daß die Neugier der Nonnen ſich an ſolche Dinge mit ſolcher Theilnahme haͤngen koͤnnte. Die Urtheile, welche ſie ſodann unter Fra⸗ gen miſchte, oder gleichſam durchſchimmern ließ, waren nicht weniger ſeltſam. Es. ſchien faſt, als lachte ſie uͤber das gewaltſame Schrecken, das Lucia beſtaͤndig vor jenem Her⸗ ren empfunden; ſie fragte, ob er denn ſo gar haͤßlich waͤre, um ein Maͤdchen ſo ſehr in Furcht zu ſetzen, und fand den Widerwillen der Verfolgten faſt naͤrriſch und unvernuͤnftig, wenn ſie nicht aus guten Gruͤnden ihrem Renzo den Vor⸗ zug gegeben haͤtte. Und auch uͤber dieſen ließ ſie ſich in Fragen aus, woruͤber die Befragte erſtaunte und errd⸗ thete. Indeſſen bemerkte ſie bald, ſie habe, dem flugſuͤch⸗ tigen Schwunge der Einbildungskraft folgend, ihrer Zunge zu unbeſonnen den Lauf gelaſſen; ſie ſuchte ihr Geſchwaͤtz wieder gut zu machen, und ihm eine beſſere Abſicht unter⸗ zulegen, konnte aber doch nicht verhindern, daß bei Lu⸗ cien eine unerfreuliche Verwunderung, ein verworrenes Schrecken zuruͤckblieb. Und kaum fand dieſe ſich mit ih⸗ rer Mutter allein, ſo erdffnete ſie derſelben ihre Gedan⸗ ken; Agneſe aber, welcher mehr Erfahrung zu Gebote ſtand, loͤſte ihr mit wenigen Worten alle ihre Zweifel, und enthuͤllte ihr das ganze Geheimniß⸗


