Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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„Wundre dich daruͤber nicht, Lucia“, ſagte ſte;„wenn du erſt die Welt ſo kennen wirſt, wie ich, ſo wirſt du einſehen, daß das Dinge ſind, woruͤber man gar nicht ſtutzen muß. Die vornehmen Leute, der Eine mehr der Andre weniger, Der auf dieſe Weiſe, Jener auf'ne an⸗ dere, Alle aber haben ſie einen Anſtoß von Narrheit. Man muß ſie unbekuͤmmert reden laſſen, zumal wenn man ſie noͤthig hat; man muß thun, als hoͤrte man ih⸗ nen ernſthaft zu, und als kaͤmen ihnen lauter geſcheidte Dinge aus dem Munde. Haſt du gehoͤrt, wie ſie mir ſo unter der Hand zu riechen gab, ich haͤtte ein einfaͤltiges Gerede vorgebracht? Ich bin daruͤber auch nicht um einen Pfifferling in Erſtaunen gerathen. Sie ſind Alle ſo. Und Alles in Allem ſey dem Himmel dennoch tauſend Mal ge⸗ dankt; es ſcheint, er hat dich in allem Ernſte liebgewonnen, und gedenkt dich wirklich unter Schutz zu bringen. Im Uebrigen, mein Kind, wenn du aus der Noth hier davon kommſt, und es dir wieder einmal begegnet, mit hohen Leuten zu ſchaffen zu haben, ſo wirſt du's ſelber einſehen, wirſt's ſelber einſehen“.

Der Wunſch, ſich dem Pater Guardian zu verpflichten, das ſchmeichelhafte Bewußtſeyn, eine maͤchtige Beſchuͤtze⸗ rin zu heißen, der Gedanke, daß ein ſo fromm gewähr⸗ ter Schirm auf ihren Nuf den guͤnſtigſten Einfluß haben muͤſſe, eine gewiſſe Zuneigung zu Lucien, vielleicht auch ein ſtaͤrkender Troſt, indem ſie einem unſchuldigen Geſchoͤpf Gutes erwies, und unterdruͤckten Armen mit Rath und That zur Huͤlfe eilte, alles dieß hatte die Edelnonne wirk⸗ lich bewogen, ſich das Schickſal der beiden armen Fluͤcht⸗ linge zu Herzen zu nehmen. Aus Achtung vor den Befehlen,