Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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nach Holland gefluͤchtet, nahm man endlich im Kloſter als ausgemacht an, ſie ſey wirklich nach Holland entlau⸗ fen. Die Edelnonne ſcheint aber dieſes Glaubens nicht geweſen zu ſeyn. Sie ließ zwar keine andre Meinung blicken, noch beſtritt ſie die allgemeine Annahme mit be⸗ ſondern Gruͤnden; wenn ſie dergleichen hatte, ſo wurden ſie niemals meiſterhafter verſtellt; auch vermied ſie nichts ſorgfältiger, als jene Geſchichte wieder in's Geſpraͤch zu bringen, und darum bekuͤmmerte man ſich weniger, als man jenem Geheimniß auf den Grund zu kommen wuͤnſchte. Je weniger Gertrude aber davon ſprach, deſto anhalten⸗ der beſchäftigte es ihre Gedanken. Wie oft ſtellte ſich den Tag hindurch das Bild jener Schweſter unverſehens ih⸗ rem Geiſte dar, und ſchien ſich nicht von der Stelle be⸗ wegen zu wollen! Wie oft wuͤrde ſie gewuͤnſcht haben, ſie lieber wirklich, lebendig vor den Augen zu ſehen, als ſie unaufhoͤrlich in ihrer Einbildungskraft feſtgewurzelt zu fuͤhlen, und Tag fuͤr Tag ſich in der Geſellſchaft der leeren, ſchrecklichen, leidenloſen Schattengeſtalt befenden zu muͤſſen! Wie weit lieber haͤtte ſie die wirkliche Stimme der Layenſchweſter vernommen, ihr Geſchwaͤtz, welches ſie durch Drohungen zum Schweigen bringen konnte, ſich gefallen laſſen, als daß ſie im Ohre des inneren Geiſtes beſtaͤndig das weſenloſe Geſumme derſelben Stimme wahr⸗ nahm, und ihrem Munde Worte entſchallen hoͤrte, auf die ſie nicht zu antworten vermochte, Worte, mit Be⸗ harrlichkeit, mit unnachlaͤßlicher Unermuͤdlichkeit ausge⸗ ſprochen, wie es an einem lebenden Menſchen nimmer der Fall ſeyn konnte!

Ein Jahr war ſeit dieſem Ereigniß entfioſen, als