Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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waͤhrende Geſchaͤftigkeit, wie durch ein triebreiches Leben, beſeelt worden; doch dieſe Befriedigung glich dem er⸗ quickenden Getränke, welches die erfinderiſche Grauſamkeit der alten Voͤlker dem Verurtheilten kredenzte, damit er zur Ertragung ſeines Maͤrtyrthums deſto kraͤftiger waͤre. Es verrieth ſich um dieſelbe Zeit ein neues Weſen in al⸗ len ihren Bewegungen; ſie wurde ploͤtzlich ordnungslie⸗ bender und ruhiger, verhoͤhnte die Uebrigen nicht mehr, hoͤrte auf zu wehklagen, und benahm ſich ſelbſt hoͤflich und liebkoſend. Die Schweſtern freuten ſich der gluͤcklichen Verwandlung; keine einzige ahnte den wahren Beweggrund oder begriff, daß dieſe neue Tugend nichts weiter war als Heuchelei, zu ihren alten Gebrechen hinzugekommen. Dieſe ſcheinbare Holdſeligkeit aber, dieſes Fortſchaffen aller aͤußeren Flecken, wofern der Ausdruck geſtattet wird, waͤhrte gleichfalls nicht lange, wenigſtens behauptete ſich auch hier keine Beharrlichkeit und Gleichmaͤßigkeit; bald meldete ſich der gewohnte verdrießliche Trotz, die gewohnte Grillenſucht wieder, die Verſpottung und Verwuͤnſchung des kloͤſterlichen Gefaͤngnißes ließen ſich wieder hoͤren, und wurden nicht ſelten in einer Sprache ausgedruͤckt, wie man ſie an ſolchem Orte, aus ſolchem Munde nie⸗ mals vernommen. Jedem Ausbruch indeſſen folgte eine Reue, und Gefaͤlligkeit ſollte mit aller Gewalt ihn wieder in Vergeſſenheit bringen. All dieſen Wechſel der Unbe⸗ ſtaͤndigkeit ertrugen die Schweſtern, ſo gut ſich's thun ließ; die wandelbare und wunderliche Gemuͤthsſtimmung der Edelnonne daͤuchte ihnen die einzige Urſache zu ſeyn.

Einige Zeit hindurch ſchien keine von den Nonnen an etwas Weiteres zu denken. Einſt aber gerieth Ger⸗