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halten, eine gewiſſe Zuncigung gehegt; denn ohne ſie zur Gefaͤhrtin gewuͤnſcht zu haben, liebten ſie die junge Nonne doch als eine ſolche, und hielten ihr, fromm, geſchaͤftig und froͤhlich, wie ſie waren, ein Beiſpiel vor, wie man auch hier nicht bloß leben, ſondern ſelbſt ſein Leben genießen koͤnne. Aber dieſe reinen Seelen waren ihr in andrer Art verhaßt. Das Gepraͤge des frommen Sinnes und der Zu⸗ friedenheit, welches ſie ſchmuͤckte, war ihr als ein Vorwurf ihrer unruhe, ihres wunderlichen Benehmens ein Dorn im Auge, und ſo ließ ſie keine Gelegenheit entwiſchen, um hinter'm Ruͤcken ſie als Betſchweſtern zu verlachen, oder als Heuchlerinnen ſtichelnd zu verhoͤhnen. Vielleicht waͤre ſie ihnen weniger abgeneigt geweſen, wenn ſie gewußt oder errathen haͤtte, daß die wenigen ſchwarzen Kugeln, welche ſich in der verhaͤngnißvollen Stimmbuͤchſe gefunden, gerade von dieſen hineingelegt worden.
Einigen Troſt ſchien ſie ſich bisweilen im Befehlen zu finden; ſie ſah ſich im Kloſter mit Ergebung verehrt, von auswaͤrts oft mit ſchmeichelnder Hochachtung beſucht, nahm manche Verbindlichkeit mit gluͤcklichem Erfolge auf ſich, ließ ihren Schutz glaͤnzen, und hoͤrte ſich mit dem Tone der Unterwerfung„edle Schweſter“ genannt. Was fuͤr ein Troſt aber! Das Gemuͤth empfand ſeine Unzu⸗ laͤnglichkeit, und haͤtte hin und wieder gern den Troſt der Religion ihm zugeſellt, um an dieſem ſich kraͤftiger zu erlaben. Solch ein Troſt aber wird nur denjenigen zu Theil, die jenes erſten ſich begeben, wie der Schiffbruͤchige, wenn er das Brett, welches ihn ſicher nach dem Ufer tra⸗ gen kann, erfaſſen will, die geſchloſſene Fauſt aufthun


