Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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lich, ſeine Zaͤrtlichkeit um ein großes Theil aufrichtig. Von ſolcher Art iſt die verworrene Natur des menſchlichen Herzens.

Wir wollen Gertruden durch das fortwaͤhrende Ge⸗ folge von Schauſpielen und Ergdtzlichkeiten, mit welchen ſie jetzt wie uͤbertaͤubt ward, nicht folgen. Eben ſo wenig moͤgen wir der Reihe nach die verſchiedenen Empfindungen ihres Buſens waͤhrend dieſer Zeit beſchreiben; es waͤre eine Darſtellung von Schmerzen und ſchwankenden Entſchluͤſ⸗ ſen, welche zu eintoͤnig herauskaͤme und dem bereits Ge⸗ ſagten allzu aͤhnlich ſeyn duͤrfte. Die Anmuth der Ge⸗ gend umher, der Wechſel der Gegenſtaͤnde, die Freude, in freier Luft umherſchwaͤrmen zu koͤnnen, machten ihr den Gedanken an den Ort, wohin ſie am Ende fuͤr alle kuͤnf⸗ tigen Zeiten den letzten Gang thun mußte, noch verhaßter. Verwundender noch wirkten die Eindruͤcke, welche ſie in den Geſellſchaften und bei den feſtlichen Luſtbarkeiten der Stadt erhielt. Die Gegenwart der Braͤute, welchen man dieſen Namen in weit gewoͤhnlicherem und natuͤrlicherem Sinne gab, erfuͤllte ſie mit Neid, und unertraͤglich nagen⸗ dem Gramez; bei andern Gelegenheiten glaubte ſie aus dem Andlick eines ſolchen Maͤdchens ſchließen zu muͤſſen, daß mit dieſem Namen der Gipfel aller irdiſchen Gluͤckſeligkeit verbunden ſey. Bisweilen verſetzte ſie der reiche Prunk der Pallaͤſte, der Glanz der Geſchmeide, das Gewimmel und der feſtliche Laͤrm geſelliger Unterhaltungen in eine ſo ſchwindelnde Trunkenheit, floͤßte ihr einen ſo gluͤhenden Hang zum froͤhlichen Weltleben ein, daß ſie augenblicklich ſich ſelbſt das Verſprechen gab, ihre Einwilligung zuruͤck⸗ zunehmen, und lieber Alles geduldig zu ertragen, als wie⸗