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bergend,„nus eigener Neigung werd' ich Nonne, frei⸗ willig.“
„Wie lange iſt's her, daß Sie dieſen Gedanken ge faßt?“ fragte Jener.
„Ich hab' ihn jederzeit gehabt,“ war die Antwort. Denn nach dem erſten Schritte ward Gertrude muthiger und freier, um gegen ſich ſelbſt zur Luͤgnerin zu werden.
„Welches aber iſt der Beweggrund, der Sie zur Wahl des heiligen Schleiers geleitet hat?“
Der gute Prieſter wußte nicht, welche furchtbare Saite er angeſchlagen. Gertrude that ſich mit Anſtrengung Ge⸗ walt an, um in ihrem Geſichte die Wirkung, die ſeine Worte in ihrem Gemuͤthe hervorgebracht, ſich nicht verra⸗ then zu laſſen.—„Der Beweggrund,“ ſagte ſie,„iſt, eine Dienerin Gottes zu werden, und den Gefahren dieſer Welt zu entfliehen.“
„Haͤtte irgend eine Kraͤnkung Ihnen dieſe Welt ver⸗ leidet? Sollt' es vielleicht auch nur, Sie entſchuldigen mich, ein trauriger Entſchluß des Augenblicks ſeyn? Eine ploͤtzliche Urſache kann bisweilen einen Eindruck machen, welcher auf ewig in der Seele haften zu wollen ſcheint; hoͤrt aber nachher die Urſache zuf⸗ nimmt der Geiſt eine andre Wendung, und dann.
„Nein, nein,“ antwortete uun Gertrude;„die ur⸗ ſache iſt keine andre, als die ich Ihnen angegeben.“
um indeſſen ſeiner Schuldigkeit in allen Punkten Ge⸗ nuͤge zu leiſten, fuhr der Vicar noch eine ganze Zeit hin⸗ durch in ſeiner Pruͤfung fort; Gertrude aber hatte ſich bereits vorgenommen, ihn in allen Stuͤcken zu hintergehen. Der Gedauke, den wuͤrdigen und wackeren Prieſter, welcher


