Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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weiß, Du viſt vernünftig/ biſt kein kindiſches Maͤdchen, um

eine gut eingeleitete Sache am Ende zu verderben; ich mußte aber vorſichtig auf jeden Fall denken. Wir wollen weiter nicht davon reden; genug, wir ſind Beide darin uͤberein gekommen, daß Du mit ungezwungener Offenheit reden wirſt, damit im Kopfe des guten Mannes keine Zwei⸗ fel aufſteigen. Auf dieſe Weiſe kommſt Du auch weit ſchneller aus dem Handel.“.

Darauf gab er ihr einige Antworten, mit welchen ſie den muthmaßlichen Fragen zu begegnen habe, an die Hand, ließ ſich in die gewoͤhnliche Abhandlung uͤber die ſuͤßen Freuden und die Genuͤſſe ein, welche im Kloſter fuͤr die vornehme Nonne bereit waͤren, und hielt ſie damit hin, bis ein Diener die Ankunft des Vicars meldete. Der Fuͤrſt rief ihr die wichtigſten Fingerzeige noch einmal in's Ge⸗ daͤchtniß zuruͤck, und ließ dann die Tochter, wie die Vor⸗ ſchrift es gebot, mit dem Manne allein.

Der gute Herr kam ein wenig mit ſchon vorgefaßter Meinung, daß Gertrude einen außerordentlichen Beruf zum Kloſter habe; denn ſo hatte ihm der Fuͤrſt, da er ihn ein⸗ lud, geſagt. Freilich wußte der brave Prieſter ſehr wohl, daß Mißtrauen bei ſeinem Amte gerade eine der vorzuͤglich⸗ ſten Tugenden war, und hatte den Grundſatz angenommen, dergleichen Verſicherungen nur mit zoͤgernder Behutſam⸗ keit zu glauben, gegen jede vorgefaßte Meinung ſehr wach⸗ ſam auf ſeiner Huth zu ſeyn. Doch die Behauptungen, welche eine Perſon von bedeutendem Anſehen mit ſicherem Tone ausſpricht, pflegen meiſt der Geſinnung des Zuhdrers ein wenig von ihrer Farbe mitzutheilen. Nach den gewoͤhn⸗ lichen Ausdruͤcken der Hoͤflichkeit begann er:„Ich komme,