Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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dieſe Dame wuͤnſchte und erwartete. War's Kunſt oder Zufall, der Fuͤrſt glich hier einem Taſchenſpieler, welcher Euch die Karten eines ganzen Spieles vor den Augen hin⸗ gleiten laͤßt, er ſagt, Ihr ſollt Euch eine davon in den Sinn nehmen, und er wuͤrde ſie errathen; er hat ſie Euch aber dergeſtalt vorgehalten, daß Ihr eine einzige nur in's Auge faſſen konntet. Die Dame hatte den ganzen Abend hindurch ſich ſo emſig um Gertruden bemuͤht, hatte ſie ſo mit ſich beſchaͤftigt, daß dieſe ſich im Nachſinnen haͤtte an⸗ ſtrengen muͤſſen, um auf eine andere zu verfallen. Die liebe⸗ volle Geſchaͤftigkeit war demnach wohl nicht ohne Beweg⸗ grund geweſen; die Dame hatte ſeit langer Zeit ihr Auge

auf den jungen Fuͤrſten geworfen, und wuͤnſchte ihn

zum Eidam; ſie betrachtete alſo die Angelegenheiten dieſes Hauſes als ihre eigenen, und ſo war's natuͤrlich, daß ſie ſich der lieben Gertrude, als waͤre ſie eine ihrer naͤchſten Verwandten, mit aller Waͤrme annahm.

Am andern Morgen ward Gertrude durch das Bild des Moͤnchs geweckt, der zur Pruͤfung kommen ſollte. Waͤh⸗ rend ſie nachſinnend daſtand, wie ſie dieſe ſo entſcheidende Gelegenheit zum Ruͤckſchritt benutzen koͤnnte, ließ der Fuͤrſt ſie rufen.—„Wohlan, Tochter,“ hieß es;„bis jetzt haſt Du Dich vortrefflich benommen; heute handelt ſich's drum⸗ dem Werk die Krone aufzuſetzen. Alles was bisher geſche⸗ hen, geſchah mit deiner Einwilligung. Wenn Dir waͤh⸗ rend deſſen ein kleiner Zweiſel angekommen ſeyn ſollte, ein Schatten von Reue, jugendliche Grillen, ſo haͤtteſt Du Dich daruͤber erklaͤren muͤſſen; da aber die Sache ſo weit einmal gediehen, ſo iſt's zu dergleichen Kinderpoſſen keine Zeit mehr. Der gute Mann, der heut Vormittag kommen