Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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— 18— merkte? Haͤtte er die Sache ſo weit getrieben, und das Maͤdchen nicht vorher auf irgend eine Weiſe verſucht?— und Lucie hatte ihm nie ein Wort davon geſagt, ihrem Verlobten!

Von dieſen Gedanken erfuͤllt, ging er vor ſeinem Hauſe, das mitten im Dorfe lag, voruͤber, und begab ſich nach Luciens Wohnung am andern Ende. Das Haͤuschen hatte einen kleinen Vorhof, welcher es von der Straße ſchied, und mit einer leichten Mauer umgeben war. Renzo trat in den Hof, und hoͤrte ein verworrenes fortwaͤhrendes Schreien, welches aus einer der obern Stuben herab toͤnte. Er bildete ſich ein, das ſeyen Freundinnen und Gevatterinnen, die gekommen waͤren, um ſich Lucien zur Brautbegleitung anzubieten; er fuͤhlte, wie ſeine boͤſe Nachricht ihm in den Gliedern zitterte und auf dem Ge⸗ ſichte geſchrieben ſtand, und ſo hatte er keine Luſt, ſich auf dem Weibermarkte da oben ſehen zu laſſen. Ein klei⸗ nes Maͤdchen aber, welches auf dem Hofe ſpielte, lief ihm entgegen und rief:„Der Braͤutigam! der Braͤutigam!“

„Still, Bettina, ſtill!“ rief Renzo.„Geh' hinauf zu Lucien, nimm ſie bei Seite, und ſag' ihr in's Ohr, aber daß Keine es hoͤrt! Es darf Niemand etwas davon gewahr werden— ſag' ihr, hoͤrſt Du? ſag' ihr, daß ich ſie ſprechen will, und ſie dort in der Stube unten erwarte. Sie ſoll den Augenblick kommen.“— Die Kleine lief eilig zur Treppe hinauf, froͤhlich und ſtolz, mit einem heimli⸗ chen Auftrag beehrt worden zu ſeyn.

Lucie kam eben vollſtaͤndig geputzt aus den Haͤnden der Mutter. Die Freundinnen riſſen ſich um die Braut, jede wollte mit Gewalt ſie beſchauen. Das Maͤdchen