Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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Schreckliches zu begehen. Wer ſeinen Nebenmenſchen reizt, ihn auf ſchaͤndliche Weiſe uͤberliſtet oder ſonſt ihm Unrecht zufuͤgt, hat nicht bloß die Miſſethat, die er begeht, zu verantworten, ſondern auch die traurige Verwandlung, welche er im Gemuͤthe des Beleidigten erzeugt. Renzo war ein friedfertiger, offenherziger Juͤngling, ein Feind jeder Nachſtellung, von blutigen Handlungen weit entfernt; in jenen Augenblicken aber ſchlug ſein Herz nur fuͤr den Mord, war ſeine Seele nur mit dem Erſinnen eines heim⸗ tuͤckiſchen Streiches beſchaͤftigt. Er haͤtte auf der Stelle nach dem Hauſe des Don Rodrigo laufen moͤgen, den Schurken bei der Gurgel faſſen, und— er beſann ſich aber, daß dieſes Haus eine wahre Feſtung, von Bravi innen vertheidigt und außen bewacht, daß die Hausfreunde nur und die wohlbekannten Diener, ohne von Kopf bis Fuß gemuſtert zu werden, einen freien Eintritt daſelbſt haben; daß ein unbekannter armer Handwerksmann ohne Unterſuchung nimmermehr einen Schritt hinein thun koͤnne/ und er zumal— ihn wuͤrde man dort vielleicht nur allzu gut kennen. Darauf dachte er ſich, er koͤnnte ſein Gewehr nehmen, ſich hinter eine Hecke ſtellen, und abwarten, ob ſein Mann vielleicht allein voruͤber ginge; indem er mit rachgieriger Luſt dieſem Gemaͤhlde der Einbildungskraft nachhing, glaubte er ſchon die Tritte zu hoͤren, Don Ro⸗ drigo's Tritte, hob leiſe den Kopf in die Hoͤhe, erkannte den Boͤſewicht, legte das Gewehr an, nahm ſein Korn, brannte los, ſah ihn fallen und im Todeskrampfe zucken, donnerte ihm noch einen Fluch zu, und machte ſich eiligſt auf den Weg nach der Grenze,„ um ſich in Sicherheit zu ſetzen.— Und Lucia? 3