Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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— 45— ſen, in einer ſolchen Ungewißheit der nothwendigen Schritte ſich zu befinden, daß ſie es fuͤr die beſte Zuflucht hielten, ſich mit dem Fieber zu Bette zu legen. Dieſe Zuflucht durfte Don Abbondio nicht ſuchen, ſie kam ihm von ſelbſt entgegen. Die Furcht vom vorigen Tage, die peinlichbange Schlafloſigkeit der Nacht, die Angſt vor der Zukunft, die eben hinzugekommenen Schrecken, aͤußerten vollkommen ihre Wirkung. Bekuͤmmert und verwirrt warf er ſich in ſeinen Lehnſtuhl, er empfand einen kalten Schauer in allen Gliedern, beſah ſich ſeufzend die Naͤgel, und rief von Zeit zu Zeit: Perpetua! mit zitternder und heftiger Stimme. Sie kam endlich mit einem maͤchtigen Kohlkopf unter dem Arm, geſchaͤftiger Miene, als wenn nichts vorgefallen waͤre. Die Wehklagen und die Mitleids⸗ bezeugungen, die nun erfolgten, die Anklagen und die Vertheidigungen, waͤhrend es auf der einen Seite:„Du allein haſt ſprechen koͤnnen,“ auf der andern:„Ich habe

3 nicht geſprochen,“ hieß, kurz das ganze Gewirre dieſes

Geſpraͤches ſoll dem Leſer hier verſchwiegen werden. Ge⸗ nug, Don Abbondio befahl ſeiner Dienerin, die Haus⸗ thuͤre gut zu verſchließen, und keinen Fuß hinaus zu ſetzen; wenn Jemand klopfen wuͤrde, ſollte ſie aus dem Fenſter zur Antwort geben, der Pfarrer habe ſich mit dem Fieber niedergelegt. Sodann ging er langſam die Treppe hinauf/ ſagte bei jeder dritten Stufe: Ich hab' mein Theil, und legte ſich wirklich zu Bette, in welchem wir ihn einſt⸗ weilen liegen laſſen.

Renzo ging indeſſen mit raſchen Schritten nach Hauſe, ohne mit ſich im Reinen zu ſeyn, was er zu thun haͤtte; doch kochte die Wuth in ihm, etwas Außerordentliches und