Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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theidigung meines Herren kann ich reden; denn hoͤren zu muͤſſen, daß ihm ſchuld gegeben wird, er wolle irgend wem etwas Unangenehmes zufuͤgen, das geht mir nah. Armer Mann! Wenn er fehlt, iſt's ſeine allzugroße Guͤte. Freilich giebt's in dieſer Welt Schurken, gewalthaͤtige Men⸗ ſchen ohne Gottesfurcht—“

Gewaltthaͤtige Menſchen! Schurken! dachte Renzo; das ſind doch die Vorgeſetzten nicht.—„Geht,“ ſagte er darauf, ſeine ſteigende Bewegung mit Muͤhe verbergend, igeht, ſagt mir was es giebt.“

„Ei, Ihr moͤchtet mir das Wort aus dem Munde ſpie⸗ len, und ich kann nicht reden, weil ich nichts weiß; wenn ich nichts weiß, iſt's gerade ſo gut, als wenn ich geſchwo⸗ ren haͤtte, zu ſchweigen. Ihr koͤnntet mich auf die Folter ſpannen, und wuͤrdet kein Wort aus mir heraus bringen. Lebt wohl, wir verlieren Beide unſre Zeit umſonſt.“

. Mit dieſem Beſcheid trat ſie eilig in den Garten, und

ſchloß das Thuͤrchen hinter ſich zu. Renzo erwiederte ih⸗ ren Gruß, und kehrte leiſe zuruͤck, damit ſie durch das Ge⸗ raͤuſch ſeiner Schritte nicht merken ſollte, welchen Weg er nahm. So bald er aber nicht mehr von ihr gehoͤrt werden konnte, ging er raſch zu; in einem Augenblick ſtand er an Don Abbondio's Thuͤre, trat hinein, lief gerades Weges nach dem Saal, wo er ihn gelaſſen hatte, fand ihn dort, und ſchritt mit kuͤhner Geberde, mit den rollenden Blik⸗ ken der Entruͤſtung auf ihn zu.

„Nun, was giebt es denn ſchon wieder?“ ſagte Don Abbondio.*

„Wer iſt der gewaltthaͤtige Menſch,“ fragte Renzo mit