— 39— um ein Geſpraͤch mit ihr anzuknuͤpfen. Denn es war ſein Vorſatz, durchaus etwas Beſtimmteres heraus zu bringen.
„Guten Tag, Perpetua,“ begann er;„ich hoffte, wir wuͤrden heute beiſammen ſeyn.“
„Was Gott beſchloſſen hat, mein armer Renzo.“
„Thut mir einen Gefallen, Perpetua; der Herr Pfarrer hat mich mit Gruͤnden abgefunden, die ich nicht recht habe begreifen koͤnnen; erklaͤrt Ihr mir's beſſer, warum er heute uns nicht trauen kann oder will.“
„Ei,“ erwiederte die Haushaͤlterin,„meinet Ihr⸗ Renzo, ich wiſſe die Geheimniſſe meines Herren?”“?
Ich hab's geſagt, es ſteckt ein Geheimniß drunter, dachte Renzo, und um dieſes an's Licht zu foͤrdern, fuhr er fort:„Friſch, Perpetua, wir ſind Freunde mit einander; ſagt mir, was Ihr wißt, ſteht einem armen Jungen bei!“
„Eine ſchlimme Sache, arm in die Welt treten, mein lieber Renzo!“
„Habt Recht,“ entgegnete der Juͤngling, der ſich in ſeinem Verdacht immer mehr befeſtigte, und immer eifriger hinter der Nachfrage her war;„aber kommt es den Prie⸗ ſtern zu, mit armen Leuten uͤbel umzugehen?“
„Hoͤrt, Renzo,“ verſicherte Pernäii⸗„ich kann nichts ſagen, weil— ich nichts weiß; was ich Euch aber ver⸗ ſichern kann, beſteht darin, daß mein Herr Keinem Unrecht thun will, weder Euch noch ſonſt Jemandem. Er hat nicht ſchuld.“
„Wer hat denn alſo ſchuld?“ fragte Renzo mit ſchein⸗ barer Unaufmerkſamkeit, aber mit ennwtangavollen Herzen und geſpitzten Ohren.
„Wenn ich Euch ſage, daß ich nichts weiß— zur Ver⸗


