Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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Stand ſorgt fuͤr den Einzelnen und ſichert ihn bis zu einem gewiſſen Punkte nur; keiner uͤberhebt ihn des Ge⸗ ſchaͤftes, ſich ſeinen eigenen Lebensplan zu entwerfen. Don Abbondio, fortwaͤhrend nur mit dem Gedanken an die Sicherſtellung ſeines Daſeyns beſchaͤftigt, kuͤmmerte ſich wenig um jene Vortheile, deren Erlangung es noͤthig macht, daß der Menſch ſich ruͤſtig anſtrenge oder ein we⸗ nig zu Gelde zu kommen ſuche. Allen Zwiſt zu vermeiden, und wenn er ihn nicht vermeiden konnte, beſcheiden nach⸗ zugeben, darin beſtand vorzuͤglich das Syſtem des Pfar⸗ rers. In allen Kaͤmpfen, die um ihn her losbrachen, ſuchte er eine unbewaffnete Neutralitaͤt zu behaupten; es mochten Feindſeligkeiten ſeyn, wie ſie damals zwiſchen der Geiſtlichkeit und den weltlichen Gewalten gar haͤufig ſtatt fanden, es mochten Fehden der Beamten mit dem Adel, des Adels mit der Obrigkeit, der Bravi mit den Soldaten oder Haͤndel zweier Bauern ſich ereignen, durch ein Wort entſtanden, durch die Fauſt oder das Meſeer entſchieden. Mußte er nothwendiger Weiſe zwiſchen zweien Widerſa⸗ chern Parthei ergreifen, ſo hielt er ſich auf der Seite des Staͤrkeren, wiewohl jedesmal im Hintertreffen, und gab ſich Muͤhe, dem Andern begreiflich zu machen, daß er keinesweges aus freien Stuͤcken ſein Gegner ſey; es war als wenn er ihm ſagte: Aber warum habt Ihr es nicht verſtanden, der Staͤrkere zu ſeyn? Ich ſtaͤnde unfehlbar auf Eurer Seite jetzt. Von den Uebermaͤchtigen hielt er ſich weit entfernt; er ſchien die Beleidigungen ihrer voruͤbergehenden Launen nicht zu bemerken, nahm diejeni⸗ gen, die ihm mit ernſter beſonnener Abſicht angethan wor⸗

den, mit Unterwuͤrfigkeit auf, noͤthigte durch Buͤcklinge