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ren Kraͤfte; in einer jeden fand der Einzelne ſeinen Vor⸗ theil darin, nach Verhaͤltniß ſeines Anſehens und ſeiner Gewandheit die Kraͤfte Vieler zu ſeinem Beſten in Thaͤ⸗ tigkeit zu ſetzen. Die Redlichen bedienten ſich dieſes Vor⸗ theils zu ihrer Vertheidigung; die Schlauen und Ruch⸗
loſen benutzten ihn zur Vollfuͤhrung ſchurkenhafter Streiche,
zu welchen ihre perſoͤnlichen Mittel allein nicht hingereicht haͤtten, und ſtellten ſich zugleich gegen jede Beſtrafung ſicher. Indeſſen fand in den Kraͤften dieſer verſchiedenen Genoſſenſchaften eine bedeutende Ungleichheit ſtatt; auf dem offenen Lande beſonders umgab ſich der reiche und ge⸗ waltſuͤchtige Edelmann mit einer Schaar von Bravi, mit Landleuten, welche durch verjaͤhrte Herkoͤmmlichkeit, durch Eigennutz oder Zwang ſich als die Untergebenen und die Streiter des Herren betrachteten; und ſo uͤbte er eine Gewalt, welcher keine jener andern Bruͤderſchaften ſo leicht Widerſtand zu leiſten permochte. Unſer Abbondio, weder adlig, noch reich oder muthig, kam ſich alſo, bei ſeinem Austritt aus den Kinderjahren ſchon, unter jenem Menſchengeſchlechte wie ein Gefaͤß von
gebrannter Erde vor, welches mit vielen andern eiſernen
Gefaͤßen gleichen Schritt halten ſoll. Daher hatte er ſich ſeinen Eltern, die ihn zum Prieſter machen wollten, recht gern gehorſam erwieſen. Die Wahrheit zu geſtehen, hatte er uͤber die Pflichten und die edlen Zwecke des Amtes, welchem er ſich widmete, nicht eben allzureiflich nachge⸗ dacht; ſich ein ziemlich behagliches Leben zu ſichern, in einen ehrwuͤrdigen und begruͤndeten Stand ſich zu erheben, das waren ein Paar Gruͤnde, welche in ſeinen Augen ſolch eine Wahl mehr als hinlaͤnglich rechtfertigten. Aber jeder


