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nahm die Straße, daher er gekommen war, und entfernte ſich, indem es ein Lied ſang, das wir eben nicht mitthei⸗ len moͤchten. Der arme Pfarrer blieb einen Augenblick, wie bezaubert, mit offenem Munde ſtehen, dann machte auch er ſich auf den Weg, und ſchlug die Straße ein, die nach ſeinem Hauſe fuͤhrte. Als waͤren ſeine Fuͤße vom Krampfe gelaͤhmt, zog er den einen mit Anſtrengung dem andern nach; in welcher Gemuͤthsſtimmung er ſich aber befand, wird der Leſer faßlicher einſehen, ſobald er von der Sinnesart des Mannes und von den Zeitumſtaͤnden, darin er lebte, ein Naͤheres erfahren hat.
Don Abbondio— der Leſer wird es wohl ſelbſt be⸗ reits gemerkt haben— hatte keinesweges das Herz eines Löwen mit auf die Welt gebracht. Seit ſeinen fruͤheſten Jahren aber mußte es ihm einleuchten, daß in jenen Zei⸗ ten ein Geſchoͤpf ohne Krallen und Hauer, welches bei alledem keine Neigung, ſich verſchlingen zu laſſen, ver⸗ ſpuͤrte, ſich in der verfaͤnglichſten Lage befand. Einen ruhigen harmloſen Menſchen, der Andern Furcht einzuja⸗ gen ſonſt keine Mittel hatte, ſchirmte die Kraft der Ge⸗ ſetze in keiner Hinſicht. Es fehlte nicht eben gegen ge⸗
1 waltthaͤtige Schritte einzelner Buͤrger an Geſetzen und
Strafen, haufenweis vielmehr wurden die Verordnungen erlaſſen; die Verhrechen waren aufgezaͤhlt, und mit der
kleinlichſten Weitſchweiſigkeit von einander geſondert; die
thoͤrigt uͤbertriebenen Strafen konnten bei jedem einzelnen
Falle nach Gutbefinden des Geſetzgebers und ſeiner hundert
Vollſtrecker geſchaͤrft werden; um das gerichtliche Verfah⸗ ren bekuͤmmerte man ſich nur inſofern, als es den Rich⸗
ter beim Ausſpruch eines verdammenden Urtheils von je⸗


