Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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bloßen Rufs eines Bravo, ohne weitere Anzeigen, von je⸗ dem der beſtallten Richter, nach eingereichtem Bericht des Proceſſes, zum Marterſeil*) und zur Folter beſtimmt wer⸗ den koͤnne; daß er ohne Geſtaͤndniß eines Verbrechens, bloß weil er ein Bravo heißt und dafuͤr gilt, auf drei Jahre zum Galeerendienſte geſchickt werde. Alles dieß, und manches Andere, das hier weggelaſſen wird,weil Seine Herrlichkeit in jedem Falle von Jedem Gehorſam fordert.

Beim Wiederhall dieſer entſchloſſenen und nachdrucks⸗ vollen Worte, von einem ſo maͤchtigen Herren geſprochen und durch ſolche Drohungen verſtaͤrkt, waͤren alle Bravi, ſollte man glauben, fuͤr immer verſchwunden. Doch das Zeugniß eines nicht weniger glaubwuͤrdigen Herren von be⸗ ruͤhmtem Namen uͤberzeugt uns vom Gegentheil. Juan Fernandez de Velasco, Statthalter des Mallaͤndiſchen Staates, eben ſo hinlaͤnglich unterrichtet,welch ein Ver⸗ derben und Unheil die Bravi und Vagabonden ſind, wie dieſe Gattung von Menſchen ſo hoͤchſt nachtheilig dem all⸗ gemeinen Wohl zuwider wirkt, und die Gerechtigkeit hin⸗ tergeht, gebot ihnen am fuͤnften Juni des Jahres 1593, unter Wiederholung derſelben Befehle und Drohungen, gleichfalls, binnen ſechs Tagen das Landesgebiet zu raͤumen. Aber am drei und zwanzigſten Mai des Jahres 1598 ſah er ſich genoͤthigt, wie bei hartnaͤckigen Krankheiten, die Heilmittel zu ſchaͤrfen, undda man bei Tage und bei QO

*) Hiermit iſt der Strick(corda) gemeint, der um die rücklings zuſammengebundenen Hände befeſtigt wird; der Delinquent wird dar⸗ an emporgezogen und geſchaukelt. Daher das Italieniſche Sprich⸗

wort: Il vino d mezza corda, durch den Wein kann man Jemandem, beinah wie durch ein Folterſeil, die Wahrheit entlocken. D. L.

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