Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Gold und Edelſteine werdet Ihr nicht finden, ich ſuchte ſelbſt vergebens danach.

Du gefällſt mir, muthiger Burſch'! Ich will Deinen guten Willen prüfen, Du ſiehſt mir gar zu liſtig aus ich will Dich vorläufig nach Wolfenbüttel ſenden, dort magſt Du ſo lange Gefangener ſein, bis ich ſelber eintreffe.

Gefangener? das halte ich nicht aus, lieber hängt mich in freier Luft, das thut meinem ungeduldigen Blute wohler, als Euere Kellerluft!

Du ſollſt gut gehalten werden, Spitzbube, ſprach Otto, indem er ihn wohlgefällig auf die Backe ſchlug. Nun bringet ihn fort, gebet ihm Eſſen und Trinken, morgen tritt er den Weg nach Wolfenbüttel an; er ſoll an Johann von Weferlingen abgeliefert werden.

Oho! lachte ChriſtophIhr habt ein gutes Erbſtück an mir gemacht!

Otto nahm einen Becher voll Wein, hielt ihn dem Junker hin und ſagte:trinke einmal auf meine Geſundheit! Jener nahm den Becher, roch auf den Wein und ſprach: Ihr habt ſchnell die gute Sorte auf Hardegſen gefunden; es wäre mehr für Euch geblieben, hätte ich nicht immer heimlich davon getrunken. Nun, Herzog, Ihr ſollt leben, ich gelobe Euch Freundſchaft!

Otto winkte, ſetzte ſich an den Tiſch zurück und der Junker wurde fortgebracht.

Das iſt ein Kerl, wie ich liebe! rief der Herzog hat er doch nicht ein einzig' Wort der Klage über ſeine Eltern und Habe verlauten laſſen; den kann man gegen den Teufel ſchicken.