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berg—„ich ſchwöre darauf, daß dieſer Kerl der Teufel ſelber iſt!“—
Chriſtoph lachte ſo grell auf, daß Otto vom Stuhle aufſprang und einen Schritt vortrat, ſein Schwert zog, den Griff dem Gefangenen entgegenhielt und ſprach:— „Lege die Hand auf dieſes Kreuz und rede: Gott ſei mir gnädig!“—
Der Junker that es lachend.
Otto ſtieß ſein Schwert in die Scheide zurück, lächelte befriedigt und ſprach:—„Solcher Burſchen giebt's wenige; — mit funfzig dieſer Art nehme ich das ganze römiſche Reich ein; es wäre Schade um Dich, wenn Du hängen müßteſt, ohne ein gutes Werk gethan zu haben. Willſt Du in meine Dienſte treten und Dir das Leben verdienen?“
„Wenn Ihr mich brauchen könnt, ei, warum nicht.“—
„Gut, ich begnadige Dich unter der Bedingung, daß Du mir treu und willig dienſt.“—
„Ich werde es Euch danken.“—
„So beweiſe es auf der Stelle. Wo ſind Deine Eltern, Dein junger Bruder? Haben ſie Schätze vergraben oder irgendwo geborgen?“— 1
„Meine Eltern ſind todt, mein Bruder iſt bei ihnen im Edelhofe zu Göttingen; der Rath will ihm den Hof durch Scheinkauf erhalten.“—
„Die Göttinger?“— fuhr Otto auf—„ſo nehmen die Bürger offen gegen mich Partei? Das will ich ihnen gedenken! Hans, ſende Knechte aus, der Vogt Kiphut ſoll in der Stadt nach dem jungen Roſtorf ſuchen, den Edel⸗ hof in Beſchlag nehmen und beſetzen!“—


