Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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drohenden Ausdruck die kühne, freche Haltung des Gefeſſelten niederzuſcheuchen ſtrebte.

He! ſprach erweißt Du, warum ich Dich habe hierher bringen laſſen?

Ei verſetzte Chriſtophda es nicht in Eurem Sinne liegen wird, mir mein väterliches Erbe zurückzugeben und ſich bei mir als Gaſt anzumelden, ſo vermuthe ich, da Ihr mir dieſe klirrenden Handſchellen habt anlegen laſſen, daß ich Euch zu meinem guten Weine die Muſik machen ſoll.

Otto blickte ſeine Ritter mit einem halb unterdrückten Lächeln an, welches ſein Wohlgefallen an dieſer kecken, luſtig geſprochenen Antwort verrieth; dann aber kehrte er ſich mit finſterer Miene gegen den Gefangenen und ſprach: Fürwahr, Du biſt ein verwegener Burſch' hätte nicht geglaubt, daß ein Roſtorfer ſo viel Muth hat. Du haſt mir durch Deinen Trotz die Belagerung ſauer gemacht und manchen braven Mann geraubt; dafür will ich Dich hängen laſſen.

Ohne im Mindeſten kleinlaut zu werden, oder den luſtigen Trotz zu verlieren, griff Chriſtoph an den Hals, ſchlug ſich an die Taſche und antwortete:das wird Euch verdammt wenig nützen; Ihr erbt nichts mehr von mir und verſchenkt nur einen ſchlechten Biſſen an die Raben. Mich wird der Teufel vom Strick holen und Ihr werdet nur ein Bündel Heu wiederfinden.

Otto's Augen blieben unverwandt auf den Junker ge⸗ richtet.

Beim Sanct Michael! rief Ritter von Stein⸗