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etwas Beſonderes im Sinne; Ihr werdet in des Herzogs Hände gerathen; folgt dem guten Vorſchlage meines Freundes Freitag; in Hannover ſeid Ihr ſicher. Ihr habt für jetzt nur die Freundſchaft zur Heimath, die guten Herzen zum Wegweiſer.“—
„Ja, die guten Herzen“— verſetzte Idan lebhaft und mit begeiſtertem Umherſchauen;—„Euch danke ich es für immer, was Ihr in dieſen ſchweren, ſchwarzen Tagen für mich gethan habt. Hat doch der Heiland in dieſer Zeit noch härtere Leiden erdulden müſſen, wo ihm nicht einmal die guten Herzen beiſtehen konnten! Aber ich bitte Euch, laßt mich gehen, meine Mutter liegt im Grabe, ich muß ein anderes weibliches Herz ſuchen, das mir der Mutter Liebe erſetzt.“—
Gertrude lockte durch einen vielſagenden Blick den Gatten zu ſich und flüſterte:—„Berthold— er liebt, denke an unſere Zeit des Verlangens nacheinander— halte ihn nicht auf, er wird von eines Mädchens heiligſtem Gefühle beſchützt; das kannſt Du ihm mit aller Freund⸗ ſchaft nicht bieten.“—
Da Idan auf ſeinen Weg nach der Maſchmühle be⸗ ſtand, Helmold nicht mehr widerſprach und Tile Freitag ungeduldig rief:—„Nun, ſo thut, was Ihr wollt; in Dem, was der Menſch ſelber will, geſchieht ihm niemals Unrecht!“— ſo wurde Idan in die Kleidung eines jungen Landmanns, die Helmold ſeinem jüngſten Knechte abkaufte, geſteckt und in der Dunkelheit aus der Stadt geführt. An⸗ geſichts der Maſchmühle trennte er ſich von ſeinen Freunden,
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