Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

aufwarf, aber Kiphut lachte die Rathsherrn aus und rief ihnen zu; daß ſie ſich nur vor des Herzogs ſtrafendem Zorn hüten möchten, denn er babe erfahren, daß die Göttinger des Herzogs flüchtige Feinde heimlich aufgenommen, den Edelhof nur zum Schein gekauft hätten, und den Idan von Roſtorf in der Stadt verſteckt hielten; der Junker Chriſtoph ſei geſtern Abend auf dem Wege nach Nordheim aufgegriffen und er habe dem Herzoge bekannt, daß der Hof für ſeinen Bruder Idan vom Rathe zum Schein gekauft und der Junker hier verborgen ſei.

Idan war bereits in Helmolds Brauhauſe als Brau⸗ knecht verkleidet, geborgen, als Kiphut den Edelhof umſtellen und alle Räume durchſuchen ließ. In der Stadt konnte. Idan nicht bleiben, aber wo ſollte der Heimathloſe, der unr noch im Herzen mitleidiger Menſchen eine Stätte hatte, ſeinen ſtillen Zufluchtsort finden, der doch nur unter Frem⸗ den geſucht werden konnte?

Doch im ſchmerzerfüllten Herzen Idan's lebte jetzt mächtiger, als jemals das Gefühl einer neuen Heimath auf; obgleich beinahe vier Jahre darüber verfloſſen waren, daß ſein Herz die erſte Ahnung von dieſer neuen Heimath em⸗ pfing, aber vor der Liebe und dem Willen der Eltern äußer⸗ lich verſtummte, ſo lag doch das Samenkorn der Zukunft ſtill, in ſeinen heimlichſten Gefühlen verborgen und keimte unmerklich fort. Um ſeiner Mutter eiferfüchtige Liebe, ſeines Vaters adligen Stolz nicht zu trüben, hatte Idan kaum gewagt, den Namen Bertha auszuſprechen, aber er hatte ſich ihr in der Zeit mehremale, und zuerſt wenige Wochen nach der Bekanntſchaft in Erinnerung gebracht, als einſt⸗