Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Am Abende wollte er aus der Stadt entfliehen, aber er mußte Geldmittel dazu haben.

Als er bemerkte, daß der Bürger Tile Freitag fortging, als er hörte, wie derſelbe dem Hausmanne im Hofe ſagte: Der Jüngling thut mir leid, aber den Böſewicht wollen wir einſperren laſſen da ſchlich er dem Hausmanne nach, lockte ihn mit verſtellter Rührung in ein Zimmer, fragte nach den Eltern, packte plötzlich den alten Mann am Halſe und ſetzte ihm ein blankes Meſſer unter die Kehle: So wie Du ſchreiſt, ſchneide ich Dir den Hals ab! knirrſchte er laut zwiſchen den verbiſſenen Zähnen hervor. Geſtehe, alter Hamſter wo iſt das Geld, der Schmuck, mein Erbe, das man für den Idan hegt, und vor mir ver⸗ ſteckt hat?

Der alte beſtürzte Mann ſchwur bei Gott, daß der Ritter Ludwig arm wie ein Bettler gekommen ſei, daß er und ſeine Gattin in dem tiefen Schmerze über ihr Schickſal nicht an irdiſchen Beſitz gedacht hätten; der Kain be⸗ gnügte ſich aber nicht mit dieſem Schwure, denn er achtete ſolche heilige Betheuerungen nicht, er drohte mit dem Meſſer und ſprach:Geſtehe iſt kein Teſtament vorhanden? Du biſt des Todes!

Der alte Hausmann, welcher fürchtete, daß der unheim⸗ liche Menſch etwas von der teſtamentariſchen Verfügung wiſſe, geſtand in der Lebensnoth ein, daß der Notar und Geſchäftsmann bei dem Ritter geweſen ſei; Chriſtoph kannte dieſen Mann und forderte den Inhalt des notariellen In⸗ ſtrumentes zu erfahren. Der Alte ſtellte ſich unwiſſend. Da ſtieß Chriſtoph den Hausmann von ſich, drohte ihm