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„Weißt Du nicht, wo ſie ihre letzte Habe geborgen, ihre tragbaren Schätze niedergelegt haben?“—
„Ach, ſie ſind als Bettler gekommen, in zerlumpten Kleidern.“—
„Du lügſt, Bube“— verſetzte Chriſtoph—„geſtehe!“ Er packte den Knecht bei der Kehle, dieſer aber ſetzte ſich zur Wehr.
„Hallunke“— knirrſchte Chriſtoph—„weißt Du nicht, daß ich der erſtgeborene Erbe und Herr dieſes Edelhofes bin und Du mein Knecht biſt?“—
„Zum Teufel mit Euch“— rief der Knecht laut— „ich mag Euer Knecht nicht ſein, Ihr ſeid ein Bruder⸗ und Elternmörder, ſucht Euer Erbe beim Herzoge, daß er Euch hängen läßt.“— Hiermit hatte ſich der Knecht losgemacht und war entflohen..
Schnaubend vor Wuth ſetzte Chriſtoph ſein Suchen nach dem vermeintlichen Schatze der Eltern, dem Gelde und den ihm bekannten mütterlichen Edelſteinen fort; er erbrach Schränke, Kaſten und Thüren, ſelbſt in der Nähe des Ge⸗ maches, wo Idan an der Leiche der Eltern weinte und nach Faſſung rang. Als er nichts fand, verſteckte er ſich im Hauſe; ſein Wille war, ſich der geretteten Gelder und Prä⸗ tioſen zu bemächtigen und damit landesflüchtig zu werden, um ſich in der Ferne einen neuen Aufenthalt zu ſuchen; er wußte wohl, daß er in der Stadt Göttingen nicht vor den Nachforſchungen des Herzogs ſicher und den Bürgern ſeit der Verwundung des Bäckermeiſters und der Flucht aus dem Rathsgefängniſſe ein Gegenſtand des Haſſes geworden ſei.


