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den Eltern verſperrt?“— rief Idan, von Ungeduld und Angſt erregt.
„Der Weg zu ihnen iſt weit;— ich bin der Gilde⸗ meiſter Tile Freitag;— kommt, wir wollen gemeinſchaftlich gehen.“— Er führte den von Ahnung und Schreck plötz⸗ lich Erſchlaffenden gegen die Thür des Nebengemaches, der Hausmann öffnete ſie mit unſicherer Hand und bittender Wehmuth im Blicke; Idan ſchwankte über die Schwelle— ſein ſtierendes Auge haftete auf zwei verhüllten Lagern.— Plößlich erhielt er Leben, Kraft, Sprache; aber es waren die Lebensgeiſter der Verzweifluug, welche in ihm auf⸗ flammten, um ſchnell zu erlöſchen.„Todt! Todt!“— ſchrie er, indem er ſich vor dem Lager zur Erde warf;—„keine Heimath mehr! Kein Herz mehr!— O, mein Gott! hier laß mich ſterben!“—
Chriſtoph ſchlich unterdeſſen im Hauſe umher, ſpähend und horchend; den Tod der Eltern erfuhr er durch ſein heimlich lauſchendes Ohr und vom Hausmanne, der ihm auf dem Corridor begegnete, ſich vor dem Urheber alles Unglücks entſetzte und ihm zurief:—„Wollt Ihr Euer Werk ſehen? Geht hinab, ſchauet in die Leichengeſichter von Vater und Mutter!“—
Chriſtoph aber ſcheuete den Anblick der Eltern; er ſchlich in dem ſtillen Hauſe umher, redete den Knecht an und ſuchte ihn auszufragen, was geſchehen ſei.
„Die gnädige Frau“— ſagte der Knecht—„iſt vor zwei Abenden geſtorben, als ſie eben in's Haus getreten war; der Herr dieſe Nacht am gebrochenen Herzen.“


