Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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alten Burgwart gegeben hätten, die Burg zu überliefern und dann ebenfalls entflohen wären. In der mißtrauiſchen Meinung, daß die angeblichen Flüchtlinge in irgend einem geheimen Keller verborgen ſein könnten, verlangte der Herzog den Burgwart zu ſprechen, befahl, das ganze Schloß zu durchſuchen und Reiter nach allen Richtungen in die Gegend zu ſenden, um auf die Geſuchten Jagd zu machen. Aber auch der alte Burgwart konnte dem rachſüchtigen Sieger nicht Rede ſtehen, denn die Boten kamen mit der Nachricht zurück, daß der alte Mann beim Löſchen des Hagenhauſes von einem niederſtürzenden, brennenden Balken tödtlich ge⸗ troffen worden ſei.

Unterdeſſen hatte Hans von Schwiecheldt das Moſthaus gefunden und einen Vorrath edlen Weines entdeckt; vergnügt kam er mit dieſer Botſchaft zum Herzoge, der die ſämmt⸗ lichen Ritter in das Prunkgemach einladen ließ, um mit dem erbeuteten Weine den erſten Oſtermorgen in dem neu erworbenen Beſitzthume luſtig zu begehen.

Die Knechte, welche ausgeſandt waren, die Räume und Keller der Burg zu durchſuchen, brachten nun auch die Nachricht, daß ſie keinen der Roſtorfer entdeckt, aber im tiefſten Verließ eine aufgehobene Steinplatte, eine offene eiſerne Thür und einen dunkeln Gang entdeckt hätten, der jedenfalls in's Freie führe. Otto befahl nun eine ſchärfere Verfolgung der Flüchtlinge, um, ſeinem Charakter gemäß, die Neigung zu perſönlicher Rache an denen, die er haßte, befriedigen zu können.

In derſelben Zeit, als Herzog Otto im Prunkgemache zu Hardegſen den Oſtermorgen mit vollem Becher begrüßte,