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gebetet und in dem Lande das Geläut des neuen Tages erwartet wurde, kaum eine Dämmerung hervor. Der Herzog war wach geblieben und hatte ſeine Freunde um ſich ver⸗ ſammelt; für einen möglichen Sturm harrten die Roſſe vor den Gezelten.
Es mochte Ein Uhr nach Mitternacht ſein, als die Gegend durch einen rothen, ſchwankenden Schein erhellt wurde— ein Knappe trat in das Gezelt des Herzogs und rief ſiegreich:—„Wollt Ihr's brennen ſehen? Die Flamme ſchlägt mit einem Male hoch aus Dach und Giebel— das iſt Korn, was da wie Glühwürmer hoch in der Luft wirbelt!“—
Der Herzog und die Ritter ſprangen auf, traten in das Freie und blickten in die aufſteigende, immer heftiger praſſelnde Flammengarbe.—„Nun zu Roß!“— rief Otto—„einen Sturm gegen die große Pforte wollen wir machen; die Burſchen da oben haben genug mit deun Löſchen zu thun!“— Ohne Signal, ganz in der Stille ordneten ſich die Angreifer und zogen, dem Scheine des Feuers aus⸗ weichend, im Schatten der Mauern gegen das Burgthor. Eine geringe Gegenwehr fand ſtatt; wenige Pfeile ſchwirrten nieder, man gewahrte, daß die Belagerten bemühet waren, das brennende Hagenhaus mit großer Anſtrengung zu löſchen. Man ſchien in der Burg die Geiſtesgegenwart verloren zu haben, denn die Vertheidigung war unentſchieden, die Krieger eilten vom Brande auf die Mauern, aber bald wieder nach der umſichgreifenden Flammenſtätte zurück. Da erſchien gegen Morgen, noch ehe der erſte Oſtertag dämmerte, ein Knecht auf der noch immer feſten Thormauer und rief den,


