Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Ich ſtand auf Wache dort auf dem Berge jenſeit der Espel, fuhr der Reiſige fortſtieg auf das alte Ge⸗ mäuer der verfallenen Burg Niedeck und ſah in Hardegſen hinein. Da gewahrte ich, wie man Säcke aus dem Hauſe dort trug und Mehlſtaub die Luken nach dem Hofe hin weiß gefärbt hat; auch ſah ich, wie ein Mann eine Ziege abſchlachtete; das thut man nicht, wenn man Rehkeulen über die Mauer wirft.

Dieſe Mittheilung hatte bei Otto ſchnell gezündet; ſein Auge blitzte unverwandt nach dem Hauſe hinauf, das man nur mit ſeinem hochſpitzigen Dache über die Bruſtwehren hervorragen ſah.

Biſt Du ein beherzter Kerl? fragte er den Reiſigen.

Ei, Herr, ich denke es. 4

Suche Dir noch ein paar Beherzte, ich will es Euch fürſtlich lohnen, wenn es Euch gelingt, dieſe Nacht die Mauern zu erklimmen und Feuer in jenes Haus zu legen.

Ich will es verſuchen, Herr; die Nacht wird finſter, es ziehen Wolken auf; wenn man uns nicht hört oder er⸗ kennt, wollen wir ſchon ohne Rüſtung hinaufkommen, denn die Mauer iſt nicht hoch und der Graben hat ſeit geſtern weniger Waſſer, da die Espel abgeleitet iſt.

Otto war damit zufrieden, entließ den Knecht gnädig und erwartete die Nacht.

Der Knecht hatte eine finſtere Nacht richtig vorherge⸗ ſagt; der Mond der Oſterwoche, der ſchon ſeit mehren Nächten von dickem Gewölke verhüllt geweſen war, brachte in dieſer Nacht vor dem Feſtſonntage, wo in den Kköſtern