Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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gleicher Art empfindlich werden ſollte, denn bald darauf ließ er durch ſeinen Vogt auf Harſte innerhalb der ſtäd⸗ tiſchen Landwehr die Vieheerde rauben, die nach Nordheim beſtimmten Waaren auf der Landſtraße anhalten und mit Beſchlag belegen. Die Vorſtellungen der Göttinger und deren Berufung auf ihre durch Kauf und Vertrag erworbenen Privilegien und Rechte wurden von Otto gar nicht beant⸗

wortet, der Rath wandte ſich endlich mit ſeiner Klage an dden Erzbiſchof von Mainz, wodurch aber Otto nur noch

erbitterter und in die Lage verſetzt wurde, mit dem Erz⸗ Biſchofe in eine Unterhandlung zu treten, die er nur hinzog und in der Zeit verſchleppte, um unterdeſſen die Stadt unter ſeiner Feindſchaft ſich völlig abſchwächen zu laſſen und zahm zu machen.

So ſtanden die Angelegenheiten des Herzogs zu ſeiner Gemahlin und der erſten Stadt ſeines Landes, als wir ihn heute an einem ſchönen Januartage 1380 auf Wolfenbüttel im Gemache Olga's zur Mittagszeit wiederfinden. In der Kleidung eines raſtenden Jägers, im grünen, mit Gold und Hermelin beſetzten Sammetrocke, feinen hirſchledernen, engen Beinkleide, gelben, an den Ueberklappen gefranzten Sporn⸗ ſtiefeln, waffenlos im blitzenden Gürtel, das unbedeckte Haupt auf Olgas nackte, weiche Schulter gelegt, die rechte Hand mit ihrem goldenen Haar ſpielend, die Linke auf dem Scheitel, die Beine auf einen Stuhl gelegt, ſo ſaß er liegend in einem breiten Polſterſeſſel, in welchem die ſchlanke, üppige Geſtalt Olga's ſich neben ihn hingegoſſen hatte⸗ um ſeinem Kopfe zum Kiſſen zu dienen und mit dem reichen Faltenwurfe des blauen Kleides ſeine Kniee zu bedecken;