Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Luft 4 der krampfhaft wogenden Bruſt und rief:Er⸗ barmen! Gnade! O, laßt mir mein einziges Erdenglück, meinen Sohn, worin ich den Vater liebe, der mich ver⸗ ſchmäht! raubt dem Kinde nicht die Mutter! Erbarmen! Verachtet Ihr das Weib ſo tief, daß Euch den Sohn geboren hat, verſtoßt Ihr die Herzogin, die Eure Krone theilt, ſo übet Ritteyſign gegen die Tochter des Herzogs Wilhelm von Jülich-Berg!

Bei dieſer letzten Andeutung horchte Otto; ſeine zornige Miene erhielt einen fragenden, prüfenden Ausdruck, es ſchien ihm die Vorſtellung, daß eines Herzogs Tochter vor ihm liege und der Vater ihn zur Rechenſchaft ziehen könne, etwas kühler zu ſtimmen.Steht auf! ſprach er befehlendhört mein letztes Wort. Den Sohn will ich Euch laſſen auf unbeſtimmte Zeit; aber er ſoll kein Weib werden; ich werde einen guten Zuchtmeiſter ſenden, der einen muthigen Ritter nach des Vaters Sinne daraus macht; wählt Euch eins meiner Schlöſſer zum Wohnſttze, aber Ihr verlaßt den Bollrutz; ich will nicht, daß Ihr mit den Bürgern hier in unwürdiger Weiſe verkehrt. Be⸗ kümmert Euch nicht mehr um meine Wege, ſonſt nehme ich Euch den Sohn und Ihr geht in ein Kloſter. Nun lebt wohl.

Während Margarethe noch auf den Knieen lag und mit geſenktem Haupte, die verſchränkten Hände auf das Herz gepreßt, dem Herzoge nachſah, ſchritt dieſer ſchnell und laut aus dem Gemache; draußen im Vorzimmer fand er Henricus und Hanna mit banger Miene. Er drohete ihnen mit erhobener Hand und rief ihnen zu:hütet Euch vor meinem Zorn! die Herzogin will allein ſein!