Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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ſtolze gefiel, zum Aufſchäumen gekommen; er ließ ſeiner Geringſchätzung und Racheluſt vollen Lauf gegen die edle Gattin, jegliche Rückſicht und Verſtellung ſchwand in der Hitze des Zorns, er warf ſeiner Gemahlin vor, daß ſie mit ſeinen Feinden, den Göttinger Bürgern, gemeinſchaft⸗ liche Sache mache, wie er erfahren habe, daß der beſte Schütze, ein Brauer Helmold, mit ihr verkehre; er lachte über die Taufhandlung am vergangenen Abend, die er eine Narrheit nannte, drohete der Stadt und Allen, die ihm heuchelten, und als Margarethe ihn mitleidig anſah, ihm ſtolz, und im Gefühle ihrer Würde, den Rücken kehrte, da vergriff er ſich an der edlen, ſchlanken, zarten Geſtalt, ſtieß ſie mit kräftiger Fauſt auf den Nacken, daß ſie in die Kniee ſank, ſich halb ohnmächtig an das Betpult rettete und hier das todtbleiche Antlitz auf die zitternden, gefalte⸗ ten Hände legte. Otto ſah ihr wild nach ſeine Leiden⸗ ſchaft wagte ſich nicht an die, vor dem Bilde der heiligen Jungfrau Niedergeſunkene, die ſeinen drohenden Reden keine Antwort gab, aber ſein umherrollender Blick verrieth, daß er noch nicht in ſeiner Rachgier gekühlt war. Da leuch⸗ tete ein höhniſcher Sieg aus ſeiner Miene, mit Frohlocken rief er:Meinen Sohn will ich mit mir nehmen, ich dulde nicht länger, daß Ihr ſeinem Vater einen Feind im Sohne auferzieht! Als er dieſe Worte mit einer heftigen Be⸗ wegung gegen die Thür begleitete, ſchrie Margarethe auf, ſprang empor, eilte ihm nach, hing ſich an ſein Kleid, ſank zu ſeinen Füßen nieder, ihre Hände umklammerten ſeinen abwehrenden Arm, ſie ſah verzweiflungsvoll, ſtieren Auges und bebenden Mundes in ſein heißes Geſicht, rang nach