ſpruch duldete, vielmehr durch jedes Hinderniß zum drohend⸗ ſten und gewaltſamſten Eigenſinn anſchwoll.
So hatte Angila's Erſcheinung plötzlich die Sinnen⸗ gluth des Herzogs entzündet; um ihr zu genügen, zog er den Patrizier von Kalm in ſeine Rittergeſellſchaft und lud ihn nach Wolfenbüttel ein. Hier ſollte Angila ihn eer⸗ götzen und ihm ſeine Gnade danken; an Olga's Eiferſucht dachte er nicht, auch hielt er gewiß das liebe gottloſe Mädchen für fähig, die nur vorübergehende Neigung zu der hübſchen Braunſchweigerin, die ja nichts weiter, als den Reiz der Mädchenunſchuld darbot und verhieß, zu überſehen. Angila's Flucht ſetzte ihn in einen größeren Zorn, als er zu erkennen gab; der Verdacht, daß Marga⸗ rethe dieſe Flucht veranſtaltet, wol gar, wie einſt das Mädchen Gertrude, heimlich vor ihm verſteckt habe, trieb ihn am anderen Morgen an, die Gemahlin mit heftigen Worten anzureden. Margarethe hatte zu viel Wahrheit und fühlte die Würde der Gattin zu empfindlich gekränkt, um nicht in gerechter Entrüſtung zu bekennen, daß ſie, zur Verhinderung einer neuen Sünde gegen Gott und Menſchen, dem Vater und ſeiner Tochter die Mittel gegeben habe, zu entfliehen vor dem Manne, der in blutiger und zärtlicher Weiſe darauf ſinne, das Glück und den Frieden der Men⸗ ſchen zu zerſtören..
Dieſe, mit hoher, ſittlicher Würde gegebene Erklärung von den ſanften Lippen Margarethe's hatte den rohen, herrſchſüchtigen Wüſtling anfangs mit einer Anwandlung von Beſchämung getroffen, aber nur um ſo heftiger war die wilde Natur, die ſich nur in Rache und eitlem Willens⸗


