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Gewalt in ſeine Tiefe zieht; die muthwillig aufgeworfene Lippe des alle Zeit ſpottfertigen, kleinen Kirſchenmundes war noch ſchelmiſcher geworden, als lächele ſie über die muth⸗ willigen, noch nicht ausgeſprochenen Gedanken; die ſchlanke Geſtalt hatte eine weiche, lüſterne Fülle erhalten, die weißen,
weichen Arme ſchimmerten wie Schwanengefieder unter dem
leichten Spitzengewebe, das mehr verrieth, als verbarg, wie ein warmes Leben ſich lockend unter der Faltenfülle des koſtbaren Gewandes fortſetzte.
Ebenſo wie ihre Erſcheinung hatte auch ihr Weſen jenen ſinnlichen Reiz, welcher Otto's Temperament und derben Sinn anregen konnte; Otto hatte zu wenig Achtung vor der weiblichen Tugend, um dieſelbe in ihrer höheren Schönheit und Beglückung zu empfinden; das Weib, welches er lieben und das ihn feſſeln ſollte, mußte zunächſt durch körperliche Ueppigkeit oder irgend einen Sinnenreiz ſeine Leidenſchaft entzünden, dieſelbe durch keinen Widerſtand ab⸗ kühlen, ſondern im Gegentheil durch neckiſche Sprödigkeit in Flamme erhalten, dann aber auch von Natur oder in kluger Koketterie fähig ſein, einer leicht eintretenden Ab⸗ kühlung einen immer neuen Zündſtoff entgegenzuwerfen. Das geſchah durch irgend einen verführeriſchen Blick, eine kühne Geberde, ein lockendes Wort, eine kecke Handlung. Olga's muthwilliges Spottwort, ihr heiterer Witz, ihr ſtolzes Haupt, das gegen Jedermann unüberwindlich ſich
auf dem ſchönen Nacken wiegte und nur Otto zur immer
neuen Beſiegung herausforderte, ihr gottloſes Herz, wie der Herzog oft mit Luſt ihren ſchelmiſchen, auch das Heiligſte nicht verſchonenden Uebermuth nannte, dieſe beim


