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als einſt der junge Hermann von Hanſtein bei dem Göt⸗ tinger großen Turniere, und die, auf Raubgemeinſchaft ge⸗ gründete Freundſchaft Otto's mit dem Hauſe Hanſtein war, nachdem Hermann durch Ritter Eckhard von Rönfurt's Schwert im heſſiſchen Erbfolgekampfe gefallen, mehr und mehr kälter geworden, weil der alte Rabe von Hanſtein ſich dem Landgrafen von Thüringen und Heſſen unterworfen hatte. An die Stelle dieſes Freundes war nun, während der Zeit der Vormundſchaft, der braunſchweigiſche Ritter Johann von Weferlingen getreten, wozu auch namentlich die Tochter Olga deſſelben viel beigetragen haben mochte.
Zur Mittagszeit befand ſich der Herzog, im leichten, glänzenden Hauskleide, als Jäger gekleidet, im Gemache Olga's, die bereits ſeit Jahren die weibliche Beherrſcherin des wolfenbüttel'ſchen Hoflagers geworden war. Obgleich Olga ſeit dem Tage, wo ſie auf reichem Zelter, als Hof⸗ dame der Herzogin Margarethe, im Turnierzuge nach dem Freudenberge ritt, nunmehr neun Jahre älter geworden war, ſo hatte ſie doch an äußerer Erſcheinung gewonnen und ſich namentlich in denjenigen weiblichen Natur- und Tollettereizen, welche einen ſinnlichen Mann zu feſſeln ver⸗ mögen, kühner entfaltet. Das hochmüthige, auf kühnem Alabaſternacken getragene Haupt hob ſich ſtolzer über die runder gewordenen Schultern; das hochrothe Haar, das mehr einen Goldglanz angenommen hatte, ringelte ſich voller und herausfordernder über die weiße, runde, aus dem tief ausgeſchnittenen Sammetmieder kühn hervortretende Büſte; die waſſerblauen, grellen Augen ſpiegelten ein ſinn⸗ lich glänzendes Licht, wie ein klarer Teich, der mit Nixen⸗
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