Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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hob die geballte Hand, ſchlug ſich vor die Stirn, ſchloß das Fenſter feſter, als müſſe er die freie Luft und ihre Lockung von ſich abhalten, ließ ſich dann in ſeinen Lederſtuhl nieder und träumte. Der Rabe ſah ihn unverwandt an.

Erſt gegen Mittag hatte Herzog Otto den Tag nach einer durchwachten Nacht begonnen; die Ritter Kurd von Steinberg und Hans von Schwiecheldt waren geſtern in Wolfenbüttel eingetroffen, um an Otto's Hoflager die ver⸗ ſchwenderiſche Gaſtfreundſchaft ihres fürſtlichen Genoſſen anzuſprechen. Johann von Weferlingen, welcher mehr im Schloſſe zu Wolfenbüttel, als auf ſeiner Burg Wansleben weilte und bei Otto's Abweſenheit die Stelle eines Schloß⸗ hauptmanns verſah, der weit ärger und grauſamer gegen die Stadt Braunſchweig wüthete, als der Herzog ſelbſt oder irgend einer ſeiner Ritter, befand ſich ſeit mehren Tagen zu Wansleben, da eine Schaar Braunſchweiger dort erſchienen war, die Vorwerke angegriffen, einige Häuſer im Dorfe verbrannt und die Abſicht hatte, gefangene Städter entweder zu befreien, oder wo möglich Glieder der Familie des Burgherrn als Geißeln mit heimzuführen. Johann von Weferlingen hatte kaum die Kunde vernommen, als er mit einer großen Truppe herzoglicher Reiſigen ganz in der Stille und von Breido von Ranzau begleitet, von Wolfenbüttel aufgebrochen war, um ſeine Burg zu ent⸗ ſetzen. Sein Sohn Kurd, früher Page der Herzogin Mar⸗ garethe, dann Otto's Edelknappe, war bereits längſt zum Ritter geſchlagen und zwar unter nicht weniger Ceremonie,