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ſchweiger Truppe vorüberziehen ſehen, angegriffen und nach kurzem Gefecht den weißköpfigen Anführer gefangen ge⸗ nommen.“—
„Ol ein neues Opfer meiner Vormundſchaft!“ ſeufzte Friedrich;—„wäre doch mein Vater nur acht Jahre ſpäter geſtorben, bis ich ein Mann geweſen!— Könnte ich den Braunſchweigern doch meine Ungeduld, meine Hoffnung auf ſie mit dem Winde zuſenden!“—
„Je ärger es der Vormund treibt, um ſo früher wird ſeine Vergeltungsſtunde ſchlagen; wenn er die Patrizier nicht ſchont, ſo werden die mächtigen Geſchlechter, die noch ſchwankend waren, ob ſie die Macht des Fürſten und Adels oder die der Bürger unterſtützen ſollen, ſich zu der Stadt ſchlagen. Nun, lieber Herzog— ſeid klug— ich muß gehen, es wird im Schloſſe lebhaft;— ich laſſe dem Vor⸗ munde, wenn er vom Rauſche erwacht iſt, melden, daß Ihr nach einer Unterredung mit ihm verlangt.“—
Friedrich legte die Hände auf beide Schultern des alten, treuen Freundes, ſah ihn traurig in die freundlich ermun⸗ ternde Miene und ſprach:—„Ja, guter Rupert— melde mich; der Haß gegen den Peiniger, der Schmerz über mein unglückliches Land geben mir die Kraft der Selbſtbe⸗ herrſchung, daß ich Spott und Verachtung ertrage, wo ich verachte und vor Rache glühe. Ich will nicht ſchlechter ſein, als meine Braunſchweiger;— Du ſollſt mich nicht wieder mahnen, durch Klugheit zu erreichen, was ein Macht⸗ loſer nicht erzwingen kann. Melde mich!“
Mit dankbarer Miene küßte Rupert ſeines Herzogs Hände und ging. Friedrich hörte die Thür verſchließen,
Maltitz, Herzog. 2. Abtheil. II.. 2


