Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Nun ſeht fuhr Rupert fortwie die Bürger ſich vorbereiten, um auch Eure Feinde zu überwinden, wie ſie ſich Strafen für Genuß und Ueppigkeit auferlegen, um ſich durch Mäßigkeit zu ſtärken und das Geld für Kräf⸗ tigung gegen den Feind anwenden wollen. Sowie ſie ſich Entbehrung auflegen, um im Stillen für die rechte Stunde heranzuwachſen, ſo zwingt Euch auch unter die Schranke, welche Klugheit und Aſt Euch abnöthigen; zeigt Euch ferner als der vom Blute des Magnus' abgewichene, geiſtige und leibliche Schwächling, laßt Euch verſpotten, verachten; je geringer man Euch ſchätzt, um ſo mehr Freiheit wird man Euch vergönnen; ich werde nicht aufhören, die Gefangenen nach den Ereigniſſen in Braunſchweig auszuhorchen und nach den Männern dort zu lauſchen, auf die Ihr einſt vertrauen dürft. Schon haben ſich die mächtigſten Patriziergeſchlechter in der Stadt vereinigt, um zur Vertheidigung gegen die Feinde und Burgmänner eine große Zahl ſchwer geharniſchter Ritter und eine beträchtliche Schaar tüchtiger Reiſigen zu ſtellen ein Hermann von Vechelde ſoll ihr Hauptmann ſein und ſie ſollen ſich an einem gemeinſamen Wappen, eine Lilie zwiſchen zwei Löwen, erkennen; ſie werden es mit dem Stern des Quaden aufnehmen.

Friedrich hatte heiße Wangen bekommen; ſeine tief⸗ liegenden Augen funkelten, ſeine kleine, etwas verwachſene Geſtalt war größer geworden; es wurde ihm zu heiß im Gemache, er ſtieß das Fenſter von Neuem auf und ſtarrte, von lebhaften Gedanken fortgezogen, in die Ferne, wo die Thürme der Stadt Braunſchweig klarer und näher an der Ecke des Waldes vor dem blauen Winterhimmel auftauchten.