Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Schenken, Frauen und Spielleute und nur zwei Köche dingen und Niemand, außer Braut und Bräutigam von ſilbernen Schüſſeln eſſen, auch ſoll jeglicher Tanz zu Ende ſein, wenn der Wächter die Stunde abgeſungen hat. Hausfriedenbruch wird mit dem Tode beſtraft, ein Todtſchläger muß hohes Sühngeld an die Erben des Erſchlagenen zahlen und ſoll in keinem Hauſe, keinem Hofe und keiner Kirche ferner Frei⸗ ſtätte finden. Jeder, der unter fünf Schilling Werth ſtiehlt, erhält Staupenſchlag und Brandmal, wer für fünf Schillinge Werth und darüber ſtiehlt, kommt an den Galgen. Hal dann müßte mein Vormund mit ſeiner ganzen Stern⸗ geſellſchaft tauſend Mal gehängt werden fiel Friedrich ein;hat er mir nicht mein ganzes Erbe geſtohlen? Nehmt eine kluge Lehre daraus, lieber Herr; die Braun⸗ ſchweiger geben durch ihr Geſetz kund, was ſie dem Vormund und ſeinen Rittern zugedacht haben. Auch hat die Stadt, nach der Verſöhnung mit der Hanſa, wieder das Recht des Vehmgerichts zurückerhalten. Schon haben ſie ein ſolches Stillgericht an einem Spion des Quaden geübt. Vor Anbruch des Tages wurden die Thore geſchloſſen und bei dem dreimaligen Tone der großen Glocke zogen die heimlichen Richter, die ſich nur an einer geheimen Loſung erkennen, nach der Dingſtätte rechts auf dem Wege nach Oelper an der Maſchwieſe hinaus und forderten den An⸗ geſchuldigten vor; nachdem die Schuld bewieſen war, be⸗ rührte ihn der Frohnbote mit einem Stabe, der Prieſter gab ihm das Sacrament und der Büttel richtete ihn auf der Stelle.

Friedrich horchte geſpannt zu.