Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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ihnen Brot, Waſſer und Suppe bringen, ſind meine Freunde, ich helfe ihnen, ſie trauen mir. Die Gefangenen ſind Bürger, die unten in den Verließen auf Befreiung durch die ver⸗ ſöhnte Hanſa rechnen. Die Stadt hat für ihre That zu

Oſtern 1374 heftig büßen müſſen; die Aufrührer haben zwar lange getrotzt, aber endlich iſt die Noth in der Stadt größer geworden, als der trotzige Muth der Männer, welche ſich an die Stelle des alten, vertriebenen Rathes geſetzt hatten. Herzog Otto und ſeine Ritter ſteigerten die Verzweiflung der Stadt bis zur höchſten Selbſtdemüthigung, denn Ge⸗ werbe und Handel waren in's Stocken gerathen, die Abgaben ſtiegen, die Stadt ſank in Schuld und Verarmung, ſie hatte keinen Freund und Beiſtand gegen die Raubluſt der Ritter und des Göttingers. In ſolcher höchſten Bedrängniß ſandte die Stadt eine Botſchaft nach Lübeck zur Herbſtzeit ver⸗ wichenen Jahres, als die Abgeordneten der Hanſaſtädte dort verſammelt waren, und bat reumüthig um Verzeihung und Wiederaufnahme in den Bund. Das iſt denn auch unter harten Bedingungen geſchehen; es wurde der Stadt auf⸗ gegeben, den durch den Aufſtand gewählten Rath abzuſetzen, dafür angeſehene Kaufleute und Rentner wiederzuwählen, die vertriebenen Patrizierfamilien wieder aufzunehmen und ihnen, wie den Erben der Entleibten, alle Güter wiederzu erſtatten, auch bei jedem künftigen Streite zwiſchen Rath⸗ und Bürgerſchaft ſich dem Urtheile der Hanſa zu unter⸗ werfen. Sie ſollten zur Sühne für die begangenen Ver⸗ brechen eine Kapelle neben das Rathhaus der Altſtadt er⸗ bauen, worin der geſammte Rath jedesmal vor einer Sitzung eine Meſſe hören müſſe, auch ſollten Pilger nach