Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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licher, zorniger Muth aber ein geſchwungenes Schwert, das ſchnell ſchartig wird.

O, lange, peinliche Schule der Geduld! Des Magnus' Sohn mit dem Blicke des Löwen muß wie eine lauernde Spinne ſchleichen und Netze ziehen lernen! O, Rupert, in einem ſchwächlichen, unanſehnlichen Körper kann doch auch ein heißes Blut ſchäumen und ein ſtolzer, ſtarker Wille aufwachſen!

Herr, Ihr werdet Euren ſeligen Herrn Vater in Gewalt und Anſehen noch weit übertreffen, wenn Ihr den angeerbten Feuergeiſt mit Klugheit und Vorſicht verbindet. Ich habe Euch manchen Tag von dem Vater erzählen müſſen; was er verlor, das ging durch heftigen Sinn vrloren.

Friedrich ſah gedankenvoll nieder, die Arme auf die Lehne des Seſſels gelegt, den Kopf geneigt. Ruhiger ſprach er jetzt:Ich will Dir folgen, Rupert, ich will Deine Erfahrung, Dein Alter ſchätzen, Deine Treue lohnen; Du haſt Recht, ich will ein Knabe vor dem treuloſen Vor⸗ munde, ein feiger Bube vor den Rittern erſcheinen, aber die Zeit muß kommen bald kommen, wo ich die Maske abwerfe und den Schurken zeige, daß ſie einen Scorpion für einen Krebs angeſehen haben. Stärke meinen Vorſatz, Alter, erzähle mir von großen Männern, von gefeſſelten Rieſen, von Löwen, die ihre Wächter zerriſſen haben, erzähle

mir, wie die Braunſchweiger Rache an den Rittern nahmen.

So vernehmt, wie ſich in der Stadt Eure Zukunft vorbereitet. Niemand weiß, daß ich in Eurer ſtillen An⸗

gelegenheit mit den, Gefangenen verkehre, die in großer Zahl

hier im Schloſſe auf Erlöſung hoffen; die Knechte, welche