Rom geſandt werden, um im Sanct Peter Gott um Ver⸗ gebung der Sünden für die Erſchlagenen anzuflehen. Auch müßten ebenſo viel angeſehene Bürger, wie Rathsherren getödtet wurden, zwei Bürgermeiſter und acht gute Bürger nach Lübeck kommen, in der Marienkirche dort ihre Andacht halten, barfuß und barhaupt in groben, wollenen Buß⸗ gewändern, mit brennenden Wachskerzen in der Hand, von der Kirche nach dem Rathhauſe ziehen und hier auf den Knieen erklären, daß ſie die Verbrechen am Rathe mit Frevelmuth gethan hätten und die Hanſa um Gottes und der heiligen Jungfrau willen um Verzeihung bäten.“—
„Das haben ſie gethan?“— unterbrach Friedrich, deſſen Wangen glühten—„das haben ſie erfüllt, um Freundſchaft in der Noth zu finden und um ſtark gegen die Unterdrücker zu werden? Und ich wollte noch um die Demüthigung klagen, die mich reifen läßt zur Rache am Raube meines Landes? Wie denken die aus der Verbannung heimge⸗ kehrten Patrizier von mir?“—
„Sie ſind von Abgeordneten der Hanſa wieder in die Stadt und ihren Beſitz eingeführt; ſo viel ich erfahren konnte, haſſen ſie den Vormund und rüſten ſich gegen ihn.- Be⸗ greift Ihr nun, daß Ihr ruhig abwarten müßt, damit Ihr des Vormundes Verdacht nicht erregt?“—
„Sie rüſten ſich? Gewiß nicht, um einen Blödſinnigen zum Herrn über das Land zu machen!“—
„Herr— man bedauert Euch in der Stadt— das laßt Euch vorläufig genug ſein. Aus dem Mitleid wird in einer Stunde Vertrauen und Begeiſterung, wenn Ihr Euch enthüllt und mit ihnen gemeinſchaftliche


