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Braunſchweiger reizen, eines blöden Knaben Herzogthum zu erkämpfen?“
„Ihr wißt, wie Otto Kunde von der That der Braun⸗ ſchweiger erhielt, wie ein fremdes Ohr ihre Worte in der Longinuskirche, aber auch Euer kindiſches Benehmen dabei belauſcht und es dem Weferlingen hinterbracht und wie dieſer Jagd auf dieg unechten Mönche gemacht, aber ſie nicht erwiſcht hatte, da ſie im Holze ihre Kleider wechſelten. Ihr habt gehört, wie der Herzog im Zorn ſchwur, Rache an den Bürgern zu nehmen und ſie mit Schwert und Feuer zu ſtrafen ob ihres lühnen Verſuches, wie er Euch mit Hohnlachen und ſtiller Befriedigung über Euer kindi⸗ ſches Benehmen an die Knabenſpiele verwies und die Ritter Euch verſpotteten, Euch einen Herzogshut von Per⸗ gament aufſetzten und“—
„Rufe mir dieſe Schmach nicht mit friſchem Anſtrich in mein Gedächtniß zurück!“— fiel Friedrich ein;—„es kocht mein Blut, ich habe mehr gethan, als ich vor dem Andenken meines Vaters verantworten kann.— Ha, dieſer Steinberg, dieſer Schwiecheldt! Aber vergelten will ich es ihnen, bei meiner empörten Ehre! Als ich ſie geſtern vom Fenſter aus in die Burg einreiten ſah, in meine Burg, wo ich ein Gefangener bin, da hüätte ich einen Blitzſtrahl haben mögen, um ſie niederzuſchmettern! Ich hätte Luſt, die Gefangenen, die alle Thürme und Keller dieſer Burg anfüllen, in einer Nacht frei zu machen, ihnen Waffen zu geben, um Alle niederzuſtoßen, die ſich hier in mein Erbe eingeſtohlen und mich wie einen gemeinen Buben gekränkt haben!“—


