auf dem Schloſſe Eures Vaters feſtgehorſtet hat, mit Ge⸗
walt zu vertreiben, aber wie ſollen ſie ihm beikommen, ohne
Liſt! Setzt Euch, lieber Herr, laßt uns hier in dieſem
entfernten Gemache und da die Bewohner des Schloſſes
um dieſe Stunde noch ſchlafen nach wilddurchlebter Nacht,
ein vertrauliches Wort reden. Ich habe mit dem braun⸗
ſchweiger Gildemeiſter, welcher neutich von des Herzogs
Knechten aufgegriffen, hier gefangen gehalten und vorgeſtern
von ſeiner Gilde gegen einen gefangenen Junker eingelöſt
wurde, eine heimliche Zwieſprache gehabt; die Stadt denkt
an Euch und hofft auf Euren klugen Sinn; in einer Stim⸗ mung höchſten Unmuthes über die räuberiſche Tyrannei des Quaden wollten ſie Euch ſchon vor ein paar Jahren ein Zeichen geben, daß ſie nach ihrem rechtmäßigen Landesherrn verlangten; ſie haben Euch aufgelauert in allerlei Verkleidung und unter manchen Vorwänden, ſie wagten es, als Otto mit ſeiner Ritterſchaar nach der Leine aufgebrochen war, Ab⸗ geſandte zu Euch zu ſenden, um Euch wegen des Aufruhres gegen die Bürgermeiſter um Verzeihung zu bitten und Euch dadurch zu verſtehen zu geben, daß ſie in dem Sohne des Magnus' den rechten Herrn ſuchten; aber ſie wollten zugleich die Wahrheit des Gerüchtes ergründen, ob Ihr ſchwach an Geiſt und unfähig ſeid, des Vaters Erbe zu regieren. Auf meinen Rath ſtelltet Ihr Euch, als ſie in der Longinus⸗ Kirche nach der Meſſe als Mönche verkleidet, zu Euch traten, wie ein Kind und ſie haben die Nachricht mit heim— gebracht, daß Ihr an Geiſt nicht ſtärker als an Körper erſchienet.“
„Und das neunſt Du Klugheit? Damit ſollte ich die
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