Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Ich fürchte mich vor dem Teufel nicht und werde den Junker ſelber ſuchen; ich kenne der Bürger Geiz und Hab⸗ ſucht geſteht es nur ein, der Roſtorf hat Euch Geld geboten und Ihr habt ihn entwiſchen laſſen.

Herr ich bin wol der Einzige im Rathe, der die Angeeegenheit richtig begreift; der Bürgermeiſter wollte dem Entflohenen nachſetzen laſſen, aber ich redete dagegen; der Gefangnenwärter iſt mit dem Junker verſchwunden, der Teufel hat ihn mitgenommen.

Otto blickte zweifelhaft den lachenden Breido an, da er ungewiß geworden war, ob er es mit einem teufels⸗ ſcheuen, ehrlichen Narren, oder einem verſchmitzten Schlau⸗ kopfe zu thun habe. In demſelben Augenblicke flatterte etwas am Fenſter draußen und ein heiſeres Gekrächze er⸗ ſcholl unmittelbar hinter den Scheiben; der alte Rathsmann Hartwig erſchrak, bekreuzigte ſich und zog einen Roſenkranz aus der Taſche; Otto ſtutzte einen Moment lang, trat heftig an das Fenſter, ſtieß es auf und ſah herausſordernd in die dämmernde Luft.

Breido lachte.Will der Herzog gegen eine Krähe kämpfen? fragte er ſpöttiſch.

Otto warf verdrießlich das Fenſter zu und ſchien ſich in einem ſtillen Schaamgefühle über ſeine augenblickliche Hingebung an den Gedanken des Teufels zu ärgern. Ich möchte dem Teufel zeigen, daß ich mich nicht vor ihm fürchte ſprach er, durch das Gemach ſchreitend.

Herr! flehte der Rathsmann, die Hände gefaltet, fordert den Satan nicht auf Eure Wege man hat Beiſpiele Gott ſchütze Euch!