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nichts nützen, ich werde Euch ſchon treffen; ich will den Junker haben!“
„Aber gnädigſter Herr, habe ich Macht über den Teufel? Bedenkt doch, durch den Rauchfang hat er ihn geholt; es ging ſchon das Gerede, daß der Junker geſtern auf dem
Schützenhofe allerlei kurioſes, gottesläſterliches Gerede, und
beim Würfelſpiele allemal den höchſten Wurf gethan und dann die Pferde, Ochſen und Werthſachen, die er gewonnen, ſogleich verſchenkt habe. Einer, der mit ſolchem geſchenkten Pferde davongeritten iſt, hat einen ſchlimmen Fall gethan und das Bein gebrochen, ein Anderer, dem der Junker eine gewonnene Gans geſchenkt hatte, iſt beim Nachhauſetreiben in den Sumpf gerathen und heute Mittag todt gefunden; — ein junges Mädchen, das er hat durch Würfelſpiel ge⸗ winnen wollen, iſt noch zur rechten Zeit durch die Frau Herzogin gerettet, vor deren frommer Erſcheinung der Junker geflohen iſt. Glaubt mir, gnädiger Herr, was ich Euch ſage, der Junker war kein anderer, als der Teufel ſelber, der des ungerathenen, böſen Roſtorfer's leibhafte Geſtalt angenommen hatte; das glauben nunmehr alle verſtändigen Leute in der Stadt, und ich habe daher ſchon im Rathe den Vorſchlag gemacht, das Gefängiiß, worin der Satan geſeſſen, neu weißen und durch einen Prieſter mit Weih⸗ waſſer beſprengen zu laſſen.“—
„Ihr ſeid ein Narr, oder ein alter, wammſtiger Fuchs!“ rief Otto, der ſchon einen großen Theil ſeines Zorns ver⸗ loren hattte, da der Eindruck des natürlich Komiſchen oft mehr als die geſchickteſte Ueberredung oder hingebendſte Ge⸗ laſſenheit im Stande iſt, heftige Leidenſchaften zu mildern.


