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„Geht!— rief Otto befehlend—„ſagt dem Rathe, daß ich der Stadt ein beſſeres Gefängniß bauen laſſen wolle— nun geht!“.
Als der ſchwerfällige Rathsmann, unter vielen Be⸗ theuerungen der Wahrheit ſeiner Anſicht und der Ergeben⸗ heit ſeines guten Eifers, fortgegangen war, blieb Otto plötzlich vor Breido ſtehen und ſprach:—„Glaubſt Du nicht, daß der Teufel unſer Widerſacher ſei?“
„Einmal glaubte ich's, als wir um die Leiche des Eck⸗ hard unter dem Dornberge kämpften, und noch heute halte ich dafür, daß der Teufel des Verräthers Geſtalt ange⸗ nommen hat, um uns mit leidenſchaftlicher Kampfwuth um einen Todten zu entzünden, während die Feinde die feſte Burg erſtiegen.— Ei, und wenn der Teufel wirklich mit dem Roſtorfer ſo gut Brüderſchaft hält, daß er deſſen Ge⸗ ſtalt borgt, ſo verſucht einmal Euer Glück gegen Hardegſen — holt Euch den Junker ſelbſt und ſeht zu, ob der Teufel ihm beiſteht.“
„Ja, ich will's“— ſagte der Herzog mit einem Trotze, der errathen ließ, daß er in ſeiner Seele eine ungewiſſe, dunkle Mahnung an einen Mächtigeren fühle, von dem er nicht wußte, ob er ein Freund oder Feind ſei. Vielleicht war dieſer Trotz die erſte, unheimliche Regung eines Ge⸗ wiſſens, das er zum Verſtummen bringen wollte.—
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Ende des erſten Bandes zweiter Abtheilung.


